Trauer um Laboes Bürgermeister Walter Riecken

Walter Riecken engagierte sich als ehrenamtlicher Bürgermeister für Laboe. Fotos Stoltenberg

Laboe (pst) Noch vor wenigen Tagen hatte Laboes Bürgermeister Walter Riecken jene Qualitäten im Bauausschuss unter Beweis gestellt, die ihn auszeichneten – Sachverstand, Intelligenz und Fairness, wenn es um Entscheidungen geht, die womöglich Investoren verprellen, aber ganz im Sinne von besorgten Laboern getroffen werden. Jetzt ist Walter Riecken tot. Er starb mit 61 Jahren. 

Nicht nur das politische Leben hat er innerhalb nur kurzer Zeit als Bürgermeister mit geprägt. Nach einer Bürgermeister- Wahl, die wiederholt werden musste mit zum Teil übereifrigen Bewerbern und schließlich der Aufgabe des offiziell gewählten hauptamtlichen Bürgermeisters sprang Riecken sozusagen als ehrenamtlicher Bürgermeister ein und erwies sich als solcher als eigentliche Idealbesetzung – als erfahrener Preetzer Ex-Bürgermeister und als Verwaltungs-Fachmann, der es als Kopfmensch gerne mal mit bauchgesteuerten Zweiflern aufnimmt. Walter Riecken wurde vor Kurzem für seine 40-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt, erwähnte aber scherzhaft, dass er sich gar nicht mehr daran erinnern könne, dass, „meine Frau mich irgendwann mal angemeldet hat“. Was wohl auch bezeichnend dafür war, dass er, langjähriges Mitglied im Laboer Kommunalparlament, sich zuletzt in erster Linie als Bürgermeister für Laboer als Partei-Belange engagierte. Als Laboes Bürgermeister bestach Walter Riecken nicht nur durch Sachkenntnis, sondern auch durch hintergründigen Humor. Und der trotzte schon mal persönlichen Anfeindungen im kommunalpolitischen Alltag Laboes. Walter Riecken hinterlässt vor allem in seiner Familie eine nicht zu schließenden Lücke, aber auch in einer Gemeinde, in der viel mehr Menschen schon zu seinen Lebzeiten hätten erkennen müssen, was sie als Laboer Bürger an ihm hatten. Walter Riecken hat im Laboer Umgang miteinander Zeichen dafür gesetzt, dass man als Fels in der kommunalpolitischen Brandung mit Verstand, manch einem ironischen Kommentar und guten Argumenten weiter kommt als mit entgleisten Diskussionen und schon mal übersteuerten Bauchgefühlen. Es müsste schon ein kleines Wunder passieren, damit eines der derzeitigen Mitglieder der Laboer Gemeindevertretung eine entsprechende Schuhgröße entwickelt, um in die Fußstapfen Walter Rieckens zu treten. Weil er neben seinen anderen Eigenschaften jederzeit das verkörperte, das manch andere vermissen ließen – Respekt im Umgang miteinander.  

Quelle: Kieler Nachrichten

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