Am Simulator kann man zum virtuellen Vormann werden

So präsentiert sich das neue Infozentrum Schleswig-Holstein am Laboer Hafen. Fotos Stoltenberg

Laboe (pst) Der Tag der Seenotretter liegt zwar noch in ferner Zukunft, aber trotzdem war der Laboer Hafen von den typischen Farben der Seenotretter bestimmt. Und das hatte einen guten Grund: denn nach langen Vorplanungen konnte jetzt das neue Infozentrum Schleswig- Holstein offiziell eröffnet werden. Im Anbau am neuen Rettungsschuppen hat das Team des Infozentrums der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) seinen endgültigen Standort gefunden, nachdem es zuerst von Kiel ins Laboer Gewerbegebiet umgezogen war. 

Nach der offiziellen Eröffnung mit rund 200 geladenen Gästen strömten dann am Nachmittag hunderte von Besuchern zur Besichtigung des neu eröffneten Infozentrums. Vertreter des Vorstands aus Bremen, Vormänner aus ganz Schleswig-Holstein, freiwillige Vormänner und Politiker waren zur Eröffnung am Vormittag gekommen. Darunter waren auch Amtsdirektor Sönke Körber und Laboes stellvertretende Bürgermeisterin Wiebke Eschenlauer. Der Leiter des Infozentrums Schleswig-Holstein, Jörg Ahrend, gab Einblicke in die Entstehung des Infozentrums von der Idee des Lotsenhauses bis zum jetzigen perfekten Standort. An dem schätzen Ahrend und sein Team die zentrale Lage am Hafen und die Synergieeffekte, die auch durch die Nähe zum Seenotkreuzer „Berlin“ entstehen. Ahrend erinnerte an Laboes gerade verstorbenen Bürgermeister Walter Riecken, der sich als Unterstützer hervor getan hatte und den jetzigen Standort schließlich ermöglicht hatte. Besonderer Dank galt dem Ehepaar Ursula und Herbert Gallinat, die mit einer zweckgebundenen Spende den Bau erst ermöglicht hatten. Um 14 Uhr hatte dann die Öffentlichkeit jede Menge kurzweilige Gelegenheiten, um sich über die Arbeit der Seenotretter und im Speziellen über das Angebot im Infozentrum Schleswig-Holstein zu informieren. Eigens, um die Arbeit der Seenotretter erlebbar zu machen, war auch der Seenotkreuzer „Nis Randers“ gekommen und machte vor dem Sofa von Laboe fest. Und auch das Seenotrettungsboot „Walter Rose“ konnte von den Besuchern in Augenschein genommen werden. Und natürlich waren die neuen Räumlichkeiten des Infozentrums ein besonderer Publikumsmagnet. Im hellen rund 80 Quadratmeter großen Ausstellungsraum sind neben einer interaktiven „Erlebniswand“, einem Seenotkreuzer- Fahrsimulator, Seenotretter-Portraits auch Tablet-PC’s mit multimedialen Informationen zur 150-jährigen Geschichte der DGzRS und der Station Laboe untergebracht. Besonders freute sich Jörg Ahrend darüber, dass auch die kleinen Besucher im Infozentrum die kindgerechten Unterhaltungsangebote begeistert nutzten. Neben Vitrinen mit Modellen von Seenotkreuzern gibt es auch eine Vitrine mit reizvollen Artikeln aus dem Seenotretter- Shop. Der ehrenamtliche Vorsitzende der DGzRS, Gerhard Harder: „Die touristisch ausgesprochen günstige Lage im Herzen des Laboer Hafens wollen wir nutzen, verstärkt Menschen auf unsere Aufgaben auf Nord- und Ostsee aufmerksam zu machen.“ Denn die Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge finanziert. Eine wesentliche Aufgabe des Teams im Infozentrum besteht deshalb auch darin, neue Förderer für die wichtige Arbeit der Seenotretter zu gewinnen. Aber auch Vorträge und andere Veranstaltungen können in den Räumlichkeiten des Infozentrums stattfinden. Und auch für musikalische Unterhaltung war mit „Hans Dans“ gesorgt, für die Verpflegung in herzhafter, aber süßer Form sorgten die Mitglieder des Laboer Herrenkochclubs. Laboe gehört zu den ältesten Stationen der Seenotretter an der Ostseeküste. Hier hat man auch die seltene Gelegenheit, drei Rettungsschuppen aus unterschiedlichen Zeiten in Augenschein zu nehmen. Die Station Laboe wurde 1894 eingerichtet, und 1911 stationierte die DGzRS hier ihr erstes Motorrettungsboot. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben die Besatzungen an beiden Küsten fast 82.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. 

Quelle: Probsteier Herold

 

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