Feuerwehr: "Brenzliger Einsatz" mit positiver Bilanz

Mit der Drehleiter mussten die Kameraden der Freiwilligen Feierwehr Laboe Menschen aus dem brennenden Haus retten. Was für Zuschauer wie ein brenzliger Einsatz aussah, war zum Glück nur eine Übung. Foto Stoltenberg

Laboe (pst) Wann kommt es schon mal vor, dass der Bürgermeister noch vor der alarmierten Feuerwehr an einem Brandort erscheint? Es lag nicht daran, dass Walter Riecken einen sechsten Sinn für Gefahrensituationen hat. Nein, die Freiwillige Feuerwehr Laboe hatte die Gunst der Stunde genutzt, um rund um ein Abrisshaus am Steinkampberg den großangelegten Ernstfall zu üben. Und weil die Übung geheim war, um den Brand so authentisch wie möglich zu inszenieren, erfuhren einige Kameraden, darunter Wehrleiter Kurt „Kuddel“ Jahn erst auf der Fahrt zum Einsatzort von der Übung.

Aus dem Fenster im ersten Stock quoll Rauch. Eine Bewohnerin war von den Flammen eingeschlossen und rief um Hilfe. Die Einsatzkräfte waren aber zuerst zu einem falschen Ort gerufen worden, merkten aber schnell, dass das brennende Haus nicht in der Schulstraße, sondern am Steinkampberg steht. Schnell waren die Einsatzkräfte vor Ort, und auch einige neugierige Laboer verfolgten das Szenario. Insgesamt sechs Bewohner des Hauses mussten von Feuerwehrleuten unter schwerem Atemschutzgerät aus dem brennenden Haus geborgen werden. Vor dem Haus wurden sie von den Mitarbeitern des Rettungsdienstes im Kreis Plön in Empfang genommen, die mit zwei Rettungswagen vor Ort waren. Aber die Organisatoren hatten sich noch einige Überraschungen ausgedacht, um den Ernstfall noch authentischer zu gestalten. Denn ein Feuerwehrmann brach plötzlich an einem der Löschfahrzeuge zusammen, was sofort bemerkt wurde. Ein weiterer Kamerad spielte einen spontanen Atemschutznotfall vor, der aber auch spontan von den Rettungskräften bemerkt wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Laboe war mit insgesamt sechs Fahrzeugen vor Ort. Hinzu kamen zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Brodersdorf. Im Nachhinein wurden auch Kräfte der Bundesfeuerwehr am Jägersberg angefordert, um mehr Atemschutzgeräteträger zu mobilisieren. Birger Möller von der Freiwilligen Feuerwehr freute sich insbesondere darüber, dass noch eher unerfahrene Atemschutzgeräteträger von ihren erfahrenen Kollegen an die Hand genommen wurden, um im scheinbaren Ernstfall richtig zu reagieren. Dabei wurden sie schon mal an den Rand ihrer Kräfte gebracht, denn das Atmen unter Atemschutz ist schon alleine für sich eine Herausforderung. Die Bilanz des Einsatzes war schließlich insgesamt positiv. Mehrere Male im Jahr veranstalten die Wehren auch gemeinsame Übungen, um verschiedene Einsätze wie Hausbrände oder Verkehrsunfälle möglichst realistisch nachzustellen. In diesem Fall kam den Einsatzkräften die Tatsache zugute, dass im Steinkamp ein Abrisshaus steht, das von der Firma GWK zur Verfügung gestellt wurde.

Quelle: Probsteier Herold

Zurück