Laut, dunkel: "Das ist purer Stress"

Großeinsatz: Die Wehr Laboe wurde von den Kollegen aus Brodersdorf unterstützt. Foto Christiansen

Laboe. Menschen schrien um Hilfe, dichter Qualm kam aus dem Haus – doch was sich am Sonnabend in Laboe abspielte, war nur eine Übung. Die setzte aber vor allem die jüngeren Feuerwehrleute, die erstmals mit Atemschutz im Einsatz waren, mächtig unter Stress. Von Thomas Christiansen

„Feuer mit Menschenleben in Gefahr“ lautete der Alarm, den die Leitstelle wie vereinbart um 11.02 Uhr – damit der vorerst letzte KVGBus noch den normalen Weg nehmen konnte – auslöste. Wenige Minuten später traf Wehrführer Kurt Jahn als einer der Ersten ein. Doch am gemeldeten Standort in der Schulstraße fand er nichts: „Da war alles zu, da war auch niemand“, erzählte er. Birger Möller und Sven Ehlers, die das Szenario für die Alarmübung in einem Abbruchhaus erstellten, hatten bewusst eine realistische Hürde eingebaut. Tatsächlich kommt es häufig vor, dass nicht der korrekte Ort gemeldet wird. Doch die anrückenden Trupps der Laboer Wehr und der Rettungswache Probsteierhagen fanden rasch den richtigen Einsatzort: Gleich um die Ecke im Steinkampberg qualmte es mächtig. Zusammen mit der wegen des hohen Bedarfs an Atemschutzträgern alarmierten Wehr aus Brodersdorf konnte der Großeinsatz beginnen. Auch die Bundeswehr-Feuerwehr vom Munitionsdepot wurde zur Unterstützung gerufen, auf die als Reserve vorgesehene Wehr Wendtorf wurde verzichtet. Eine erste Person wurde über die Drehleiter gerettet, Schläuche wurden ausgerollt, Atemschutzgeräte angelegt, Zugang ins Haus geschaffen und nach und nach weitere Menschen herausgeholt. Erschwert wurde die Situation, weil lange unklar blieb, wie viele Personen noch im Haus waren, und weil das Übungsszenario auch vorsah, dass Feuerwehrleute beim Einsatz im Haus verletzt wurden. Während Wehr- und Gruppenführer alles mit sicherer Routine abarbeiteten, war vor allem einigen Jüngeren die Anspannung deutlich anzusehen. „Viele Atemschutzträger waren erstmals dabei. Das ist schon sehr beklemmend. Es ist laut, es ist dunkel, das Atmen ist ganz anders, das ist purer Stress“, erklärte Birger Möller. Mit dem Ablauf der Übung waren er und Sven Ehlers sehr zufrieden: „Das lief so, wie wir uns das erhofft hatten.“ Aus Pannen könne gelernt werden. „Wenn man den Atemschutz-Platz auf einer Schräge aufbaut, muss man damit rechnen, dass die Flaschen irgendwann rollen“, schilderte der Brodersdorfer Wehrführer Ralf Goertz ein Beispiel.

 

Quelle: Kieler Nachrichten

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