Ein Bäderdreieck im Kieler Umland

Torsten Stagars, Aufsichtsratsvorsitzender der Kieler Bäder Betriebs GmbH, erläuterte die Entwicklung der Pläne für das neue Hörnbad, dessen Bau im April in Kiel beginnt. Foto Schmidt

Laboe. „Schilksee, Kiel, Laboe – ein Bäderdreieck in zukunftsorientierter Verantwortung“ – diese Vision gab Torsten Stagars, Aufsichtsratsvorsitzender der Kieler Bäder Betriebs GmbH den Laboern in einer Informationsveranstaltung am Donnerstag mit auf den Weg. „Wenn man es wirklich will, und wenn alle an einem Strang ziehen, dann kriegt man es hin“, sagte der Kieler Sportpolitiker. Von Astrid Schmidt

Eines nahm Stagars gleich vorweg: Er wolle den Laboern nicht sagen, was sie tun sollen. „Doch wenn man eine Idee wirklich träumt, dann kann man sie auch umsetzen“, sagte er und verbreitete seine Begeisterung für den Schwimmsport und ein Schwimmbad in der Probstei. Es müsse ja nicht in Laboe stehen. Er könne sich ein Bad mit Wellness und Anwendungen auch an anderer Stelle sehr gut vorstellen. „Es gibt so viele ältere Menschen, die weit fahren für solche Bäder“, belegte er den Bedarf. Und dann hatte er noch reichlich Tipps parat: „Ich glaube, dass es funktioniert. Gehen Sie los, machen Sie ein schönes Konzept, suchen Sie Investoren, reden Sie mit ihren Nachbarn, holen Sie Leute ran.“ Der Weg dahin, das räumte er ein, sei nicht einfach und lang. Er wolle versuchen, Hintergrundinformationen zu vermitteln. „Dann kann man vor Ort vielleicht besser miteinander reden“, meinte der Kieler Ratsherr. Denn auch er habe viele Podiumsdiskussionen erlebt, viele Bedenken gehört. „Doch wir haben alles gelöst, weil wir den Prozess auf sehr breite Füße gestellt, alle Beiräte und Interessengruppen einbezogen haben“, so Stagars. Entstehen werde kein Spaßbad, sondern ein Sport- und Freizeitbad mit Sauna und doppelt so viel Wasserfläche, wie Kiel bisher hatte. Damit werde man den Bedarf aus Kiel und dem Umland für das Schulschwimmen gemeinsam mit Schilksee abdecken, erklärte er auf Nachfrage aus dem Publikum. Ein Vergleich zu Laboe zog er anhand der Schwimmhalle in Schilksee. Sie sei ebenso alt und habe ebensolche Schwachstellen: Leckagen, große Fensterfronten als Energiefresser. Dieses Bad werde nun zunächst für zwei Millionen Euro repariert, in absehbarer Zeit dann für rund sechs Millionen Euro saniert, so Stagars. Alle politischen Kräfte in Kiel seien sich einig: Das Bad in Schilksee muss erhalten bleiben. Eine Antwort auf die Frage von Bürgermeister Walter Riecken, ob er sich denn eine Kooperation der Bäderbetriebsgesellschaft mit dem Betreiber der Laboer Schwimmhalle vorstellen könnte, blieb er schuldig. Er könne sich aber vorstellen, dass sein Geschäftsführer auch dafür ein praktikables Modell finden würde, so Stagars. Doch zunächst soll (wie berichtet) für die Laboer Schwimmhalle ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um Kosten und Sanierungsaufwand sowie ein Betreibermodell zu ermitteln. Die Aussicht, dafür von der Aktivregion Ostseeküste die beantragten Zuschüsse zu erhalten, sei gut, erklärte Bürgermeister Walter Riecken. Auf die Nachfrage von Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier erklärte er: „Wenn wir keine Zuschüsse bekommen, gibt es auf der jetzigen Basis kein Gutachten. Dann müssen wir in der Gemeindevertretung erneut beraten, ob wir mehr Geld als die jetzt bereit gestellten 20 000 Euro dafür aufwenden wollen.“

Quelle: Kieler Nachrichten

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