Konstruktive Streitkultur fehlt

Kasperletheater? Muppetshow? Nein, diese Sitzung des Finanzausschusses war ein Stück Realsatire. Denn das Lachen erstarb den Zuhörern auf den Lippen. Sie erlebten Laboer Ortspolitiker, die sich nicht an der Sache rieben, sondern sich in respektlosen und flapsigen Wortklaubereien verloren. Dem Ausschussvorsitzenden gelang es kaum, die Fäden in der Hand zu behalten. Kein Wunder, wenn dem Bürgermeister bald Mut und Lust abhandenkommen. Denn seit Oktober sind die Eckdaten für den Haushalt bekannt. Nun gibt es Ende Februar noch immer offene Fragen. Diejenigen, die den Bürgern nach dem positiven Bürgerentscheid für die Schwimmhalle die drastische Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer androhten, sind jetzt dagegen. Dieselben Politiker, die den Etat aufgrund der erhöhten Steuersätze noch vor einigen Wochen ablehnten, fordern jetzt mehr Einnahmen durch höhere Steuern und verweigern erneut ihre Zustimmung. Mit Verlaub – wissen die gewählten Vertreter, was sie tun? Sie sollen die Gemeinde voranbringen. Dafür sind sie angetreten. Laboe ist kein kleines Dorf, das keiner kennt. Es ist ein Ostseebad, ein touristisches Schwergewicht an der Kieler Förde, das sich an einem heiß umkämpften Markt behaupten muss. Dazu braucht es nicht nur Strand und Ehrenmal, sondern auch eine respektvolle und konstruktive Streit- und Entscheidungskultur auf kommunalpolitischem Parkett.

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