Unermüdliche Kämpfer gegen die Pflicht-Feuerwehr

Volker Arp aus Laboe (rechts) und Peter Schütt aus Mönkeberg wollen sich verstärkt um die landesweite Mitgliederwerbung kümmern. Foto Thomas Christiansen

Laboe/Mönkeberg/Kiel. Mit Volker Arp aus Laboe kommt auch der dritte Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes aus dem Kreis Plön. Noch kümmert sich sein Vorgänger Peter Schütt aus Mönkeberg gemeinsam mit ihm um die Mitgliederwerbung. Von Thomas Christiansen

 Bisher musste im Kreis Plön noch keine Pflicht-Feuerwehr berufen werden wie zum Beispiel auf Sylt und in Dithmarschen. Mit insgesamt 3160 aktiven Feuerwehrleuten und 750 Mitgliedern in den Jugendwehren konnten die Zahlen im Kreis fast konstant gehalten werden. Weil das aber zunehmend schwieriger wird, arbeitet auch der Landesfeuerwehrverband in Kiel intensiv gegen den sich abzeichnenden Mitgliederschwund. „Als ich 1996 als Landesgeschäftsführer anfing, gab es landesweit noch 56 000 aktive Einsatzkräfte“, erinnert sich Schütt. Heute sind es nur noch knapp 49 000. Nach einem stetigen Rückgang sei diese Zahl nun immerhin seit einigen Jahren relativ konstant. „Das ist für uns ein Erfolg, wir haben den massiven Schwund stoppen können“, sagt Schütt. Doch es werde immer schwieriger. Insgesamt sei die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement geringer, meint Schütt. Sorgen um Arbeitsplatz und Familie würden viele von der Arbeit in den Wehren abhalten. Jugendliche seien durch das heutige Schulsystem mit viel Ganztagsunterricht kaum noch zu gewinnen. Verschärft werde die Situation dadurch, dass vor allem im ländlichen Bereich viele nicht vor Ort arbeiten und deshalb die Wehren tagsüber kaum einsatzbereit sind – weshalb inzwischen bei einem Alarm am Tag automatisch mehrere Wehren benachrichtigt werden. Nicht zuletzt sorgt die demografische Entwicklung dafür, dass die Wehren mehr Mitglieder verlieren als neu bekommen. Den ersten Schritt zur Mitgliederwerbung sehen Schütt und Arp in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Bevölkerung müsse darüber informiert werden, was die Feuerwehr ist und wie sie arbeitet. Vielen sei nicht bewusst, dass 98 Prozent aller Feuerwehrleute ehrenamtlich arbeiten. Wichtig sei aber auch, für die aktiven Mitglieder den Dienst attraktiv zu gestalten. „Die, die da sind, müssen bleiben“, betont Arp. Und gerade Jugendlichen müsse etwas geboten werden, ergänzt er: „Die wollen was tun.“ Nach dem ersten Landesgeschäftsführer Jochen von Bonin aus Probsteierhagen folgte 1996 Peter Schütt aus Mönkeberg, der seit 30 Jahren in der Feuerwehr ist – zuerst in Sehestedt, wo er auch Wehrführer war, später in Mönkeberg. Bevor der 64-Jährige im Mai aufhört, arbeitet er noch Volker Arp (45) aus Laboe als Nachfolger ein. Arp war schon als Kind in der Feuerwehr, zuerst in Brodersdorf, dann in Laboe, wo er seit 13 Jahren stellvertretender Wehrführer ist. Abends und am Wochenende zieht er immer noch mit seinen Kameraden in den Einsatz – wenn sein neuer Dienst es zulässt, bei einem größeren Feueralarm auch tagsüber: „Ich würde natürlich sofort fahren.“ Quelle. Kieler Nachrichten

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