Noch kein Urteil gegen Laboer Steuerberater

Kiel. Der erste Zivilprozess gegen einen Laboer Steuerberater am Landgericht Kiel steht kurz vor dem Urteil. Der Angeklagte pflegte, wie berichtet, ein eigenwilliges Geschäftsmodell. Aber war es auch Untreue? Der Steuerberater hatte Geld seiner Mandanten in den Kauf amerikanischer Luxusautos investiert. Offenbar wurde er dabei von einer US-Firma hinters Licht geführt. Das Geld ist weg. Die Mandanten werfen ihm vor, sie unter falschen Angaben von einer sicheren Geldanlage mit großzügiger Rendite überzeugt zu haben. Der Anwalt des Angeklagten betont dagegen, der Steuerberater habe lediglich das Vertrauen erhalten, das Geld anzulegen – dass er beim Autokauf betrogen wurde, mache ihn selbst zum Opfer. Vor Gericht deutete sich gestern an, dass der ersten Klage eines Unternehmers stattgegeben würde. Er hätte damit vertraglichen Anspruch auf eine Rückerstattung von insgesamt 200 000 Euro plus rund 4000 Euro Zinsen. Seine Seite strebte allerdings zunächst ein Teilurteil an, um das Einstufen als Straftat weiterhin möglich zu machen. Die Ansprüche würden so auch im Falle einer Insolvenz aufrechterhalten. Das Urteil soll am 11. Februar verkündet werden. Parallel bleibt jedoch abzuwarten, was das Strafverfahren gegen den Steuerberater ergibt: Sollte die Staatsanwaltschaft Anklage erheben und das Gericht diese zulassen, könnte das Verfahren Anfang April beginnen. Trotz mehrfacher Beschwerden sitzt der Steuerberater seit Anfang Oktober in Untersuchungshaft. Von Niklas Wieczorek Quelle: Kieler Nachrichten

 

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