Laboe hat bald kein Taxi mehr

Olaf Horn betreibt seit zwei Jahren das Taxi-Unternehmen in Laboe. Jetzt muss der 50 jährige sein Geschäft schließen, weil es nicht mehr wirtschaftlich ist

 

Laboe. Der einzige Taxibetrieb in Laboe wird zum 31. Januar geschlossen. Als Gründe nennt Inhaber Olaf Horn die Einführung des Mindestlohnes und die Pflicht zum 24-Stunden-Dienst. Das Unternehmen sei damit nicht mehr wirtschaftlich zu führen, sagt der 50-Jährige. Vier feste Mitarbeiter und acht Aushilfen verlieren ihren Arbeitsplatz. Viele, vor allem ältere Laboer müssen auf einen bisher noch erschwinglichen Service und damit ein Stück Lebensqualität verzichten. Von Astrid Schmidt Vor zwei Jahren hatte Horn den Betrieb von Sigmar Luhn übernommen. Doch nun sieht sich der Kfz-Techniker gezwungen, den Betrieb zu schließen. Zu viele Hürden erschwerten das Wirtschaften, erklärt er. Eine davon sei der Mindestlohn von 8,50 Euro. „Jeder sollte mindestens 8,50 Euro verdienen, das möchte ich auch. Aber von einem Elf-Stunden-Tag sitzen die Fahrer maximal fünf Stunden im Auto“, so Horn. Er sieht einen Unterschied zu anderen Branchen und wünscht sich eine Ausnahme von dieser Regelung für Taxi- Betriebe. Ebenso wollte er beim Kreis Plön eine Befreiung vom 24-Stunden-Bereitschaftsdienst erwirken. Der Antrag sei jedoch abgelehnt worden. „Ich muss also 24 Stunden sieben Tage die Woche die Zentrale besetzt halten. Für 8,50 Euro die Stunde plus Sozialabgaben. Früher haben das zu 95 Prozent Rentner für 5 Euro gemacht und waren froh über den Zuverdienst. Montags bis donnerstags habe ich nachts im Durchschnitt aber nur einen bis zwei Anrufe“, berichtet Horn. Ein weiterer Knackpunkt seien die Krankenkassen-Tarife, die seiner Meinung nach die Taxi-Betriebe im ländlichen Raum benachteiligen. „Für uns wäre es das Fairste, wenn wir nach Taxameter abrechnen könnten und nicht nach einem speziell ausgehandelten Tarif“, so Horn. Denn die Fahrten, die von den Krankenkassen übernommen würden, machten rund 60 Prozent seiner Einnahmen aus. Die Schließung bedeutet aber nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch einen Verlust an Leistungen für die Laboer Bürger, in erster Linie für Senioren. „Die Älteren fahren mit uns zum Frisör, zum Arzt, zur Krankengymnastik, zum Einkaufen und zum Essen“, erzählt Horn. Viele wären aufgeschmissen, wenn es in Laboe kein Taxi mehr gibt. Die Patientenfahrten würden die Kollegen in Heikendorf und Schönberg übernehmen, aber für die Fahrten innerhalb von Laboe, manchmal 40 am Tag, vom Oberdorf zum Hafen und wieder zurück den Berg hinauf, müsse künftig die Anfahrt aus Schönberg oder Heikendorf extra bezahlt werden. „Das kann sich dann keiner mehr leisten“, ist Horn überzeugt. Mindestlohn ist in Schönberg kein Thema Dirk Hagelstein vom Taxi- Betrieb in Schönberg sieht die Situation gelassener. Mindestlohn? Kein Thema für ihn. Er habe noch aufgestockt und beschäftige jetzt insgesamt 37 Fahrer, davon zwölf fest angestellte. Auch das Angebot der Krankenkassen sieht er „für uns hier im ländlichen Gebiet vorteilhaft. Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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