Mindestlohn und Auflagen belasten die Branche

Am 31.Januar schließt Olaf Horn die Laboer Taxizentrale

 

 

Laboe (pst) Zuerst war es ein Gerücht, dem Keiner so recht glauben wollte. In dem hieß es, dass Laboes Taxizentrale schließen wird. Und tatsächlich wird es ab dem 31. Januar keine Taxizentrale mehr am Hafen geben. Taxiunternehmer Olaf Horn zog jetzt aus verschiedenen Gründen die Notbremse. Denn immer wieder neue Auflagen und die Einführung des Mindestlohns haben dazu geführt, dass die Arbeitsbedingungen im Taxigewerbe immer schwieriger wurden. Die Laboer sind nicht gerade begeistert, denn insbesondere ältere Menschen, speziell Jene mit Rollatoren, sind bei Einkäufen oder Arztbesuchen auf die Laboer Taxen angewiesen.

„Ich hatte bestimmt nicht damit gerechnet, mit meinem Taxiunternehmen reich zu werden“, sagt Olaf Horn, der das Unternehmen am Hafen 2012 von seinem Vorgänger übernahm. 14 Aushilfen habe er in der vergangenen Zeit beschäftigt, dazu kamen vier Festangestellte. Auch durch die Einführung des Mindestlohns ergab sich dann eine Situation, die so nicht mehr haltbar war. Denn, so Horn: „Wie soll ich meinen Festangestellten erklären, dass die Aushilfen unter dem Strich mehr verdienen als sie?“ Denn überall sei nur die Rede von den 8,50 Euro, weil die aber für Netto stünden, bedeute das umgerechnet eine 70 prozentige Lohnerhöhung. Gerade für die Aushilfen sei die geplante Schließung eine große Enttäuschung. Denn, so Horn: „Wir haben hier einige Rentner, die sich etwas dazuverdienen wollen. Die hätten auch unter den alten Bedingungen weiter gearbeitet.“ Jetzt aber haben sie kaum Hoffnung, eine andere Arbeit zu finden. Und schließlich machte auch der Landkreis Plön dem Laboer Taxiunternehmen einen Strich durch die Rechnung. Ein Antrag darauf, nicht 24 Stunden rund um die Uhr in Bereitschaft sein zu müssen, wurde abgelehnt. Horn: „Wir produzieren hier nicht etwas rund um die Uhr. Unsere Fahrer haben lange Wartezeiten und die müssen als volle Arbeitsstunden bezahlt werden.“ Zudem seien andere Bundesländer oder auch Kreise tariflich gegenüber Kiel und dem Kreis Plön deutlich im Vorteil. Horn: „Ich bin dafür, dass hier vom Gesetzgeber einheitliche Vorgaben geschaffen werden. Das wäre nur gerecht.“ Durch die diversen Vorgaben habe man schließlich das Gefühl gehabt, „gar nicht mehr selbständig zu sein“. Hinzu komme die Auflage der Berufsgenossenschaft, einen Betriebsarzt und Sicherheitsbeauftragten vorweisen zu können. Horn: „Ich weiß noch nicht mal, was ein Sicherheitsbeauftragter so macht.“ Arztfahrten könnten auch nur unter erschwerten Bedingungen und mit erheblichem bürokratischen Aufwand abgerechnet werden. Und die kurzen Strecken innerhalb von Laboe waren wegen der vielen Stammfahrgäste natürlich eine Selbstverständlichkeit, hätten sich aber auch nicht mehr gerechnet. Für lange Strecken gilt das Gleiche. Denn, so Horn: „Sechs Mal sind wir in der vergangenen Zeit nach Hamburg gefahren.“ Drei Mal habe man einen Festpreis berechnet. Durch die erhöhten Tarife würde der Preis – nach Taxameter berechnet – von rund 150 auf rund 190 Euro steigen. Und da nehmen es schon einige Ex-Taxifahrgäste auf sich, auf den Kielius-Bus umzusteigen. Leid tut es Olaf Horn für die älteren Fahrgäste und Jene, die von und zu Arztbesuchen transportiert werden müssten. Und auch in der Saison dürfte es eng werden. Einen Nachfolger hat Horn nicht gefunden. Der Taxiunternehmer: „Es müsste eine Familie sein, damit man nicht so viele Aushilfen beschäftigen muss.“ Einen riesigen Ansturm von Laboer Taxi-Nutzern befürchtet die Heikendorfer Taxiunternehmerin Gisela Dreyer nicht. Man habe sich aber vorbereitet, und wer rechtzeitig vorbestellt, würde auch einen Wagen bekommen. Allerdings sei die Situation vormittags etwas schwieriger. Auch der Heikendorfer Taxizentrale macht der Mindestlohn schwer zu schaffen. Man würde sich aber, so Gisela Dreyer, darauf so gut wie möglich einrichten. Es werde kein neuer Wagen angeschafft, die Arbeitsstunden müssten komprimiert werden und viele Fahrten müsse man einfach selber machen. Aber, so Gisela Dreyer: „Ich werde es nach bestem Wissen und Gewissen regeln, denn es ist sehr viel, das da an uns Taxiunternehmer heran getragen wird.“ Und es machte auch keinen Sinn, sich über erhöhte Tarife zu freuen, wenn, so Dreyer, „30 Prozent weniger Menschen ein Taxi nehmen, weil die Fahrten mehr kosten“. Um die Zukunft der Laboer Taxizentrale macht sie sich allerdings weniger Gedanken. Denn, so die Taxiunternehmerin: „Laboe ist einer der besten Taxistandorte hier in der Region.“ Es müsse aber unbedingt wieder ein erfahrener Betreiber gefunden werden.  

Quelle: Probsteier Herold

 

 

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