Baugebiet sorgte für erhitzte Gemüter

Laboe (pst) Eigentlich war man sich von vorneherein und vor allem am Schluss einig. Trotzdem war der Auftakt der vergangenen Sitzung des Bauausschusses von erheblichem bürgerlichem Empörungsbedarf bestimmt. Anlass für den anfänglichen Unmut, der sich am Ende ins Gegenteil verkehrte, war der Aufstellungsbeschluss für das geplante Neubaugebiet, landläufig „hinter der Kirche“ genannt. Denn die Anwohner befürchten weiterhin eine erhebliche Verkehrsbelastung, insbesondere für die Ostlandstraße. Dass eben diese Sitzung aber eigentlich der völlig falsche Anlass war, um seinen Unmut zu bekunden, machte ihnen schließlich neben Bürgermeister Walter Riecken auch der geladene Planer klar. Ein weiteres Thema war der Sachstandsbericht zum Freya-Frahm-Haus. 

Die Auseinandersetzung in der Einwohnerfragestunde führte schließlich so weit, dass man sich über die Definition der Einwohnerfragestunde entzweite und dass der Vorsitzende Schwierigkeiten hatte, die Sitzung wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Denn die zahlreich anwesenden Anwohner waren empört darüber, dass innerhalb des Aufstellungsbeschlusses nicht ausdrücklich die Möglichkeit einer zweiten Zufahrt neben der Ostlandstraße genannt war. Nicht zum ersten Mal waren die Bürger einbezogen worden und hatten auch schon diverse Male darauf hingewiesen, dass sie sich eine weitere Zufahrt wünschen. Das hatten die Gemeindevertreter als Anregung aufgenommen, aber nicht ausdrücklich in ihre geplante Beschlussfassung aufgenommen. Darüber regten sich einige Anwohner derart auf, dass sie sogar vorschlugen, den Aufstellungsbeschluss „zurück zu stellen“. Ein Anwohner bekundete schließlich, dass man ja nicht „prinzipiell gegen eine Bebauung sei.“ Und das war der zentrale Satz. Denn Sinn und Zweck eines Aufstellungsbeschlusses, so erklärte auch Walter Riecken, sei es, den Planungsprozess grundsätzlich in Gang zu bringen, indem man dem Investoren signalisiere, dass der betreffende Bereich bebaut werden könne. Rund 40 Wohneinheiten könnten im betreffenden Neubaugebiet entstehen. Aber noch gibt es keine detaillierten Planungen zur Art der Wohnbebauung, geschweige denn zur Art der Zufahrt. All das müsse später durch Verkehrsgutachter und andere entschieden werden. Ob dann schließlich auch ein Bebauungsplan beschlossen werde, hänge von diversen Faktoren ab. In die gleiche Kerbe schlug auch der geladene Planer vom Büro B2K. Er schätzte, dass das Projekt rund zwei Jahre in Anspruch nehmen werde, dass im Vorlauf allein 60 Behörden ihre Zustimmung geben müssten und die Bürger so oft wie möglich in die Planungen mit einbezogen werden könnten. Walter Riecken, dem auch noch unterstellt wurde, er habe „geheime Entscheidungen in nichtöffentlichen Sitzungen getroffen“, appellierte an die Vernunft. Riecken: „Sollte es nicht zu einem Aufstellungsbeschluss kommen, sind die Planungen für die kommenden 20 Jahre gestorben.“ Und eigentlich bekundet man mit diesem Beschluss nur, dass, auch im Sinne der Anwohner, gegen eine Bebauung prinzipiell Keiner etwas einzuwenden habe. Dass Ausschussmitglieder anregten, den Wunsch nach einer zweiten Zufahrt einfließen zu lassen und die Bürger so oft wie möglich einzubeziehen, wurde dann auch noch mit Applaus vom Publikum belohnt. So konnte man sich anderen, real existierenden Baustellen, zuwenden. Die Arbeiten am Freya-Frahm- Haus, so erläuterte Walter Riecken, seien „gut im Plan“. Rund 37.000 Euro läge man derzeit unter den geschätzten Kosten und das trotz einiger zusätzlicher Arbeiten wie dem Entfernen von Asbestplatten und der Beseitigung eines Nachtspeicherofens. An allen Fassaden wurde die alte Farbe durch Abbeizen und Abstrahlen entfernt. Die fünf großen Fenster zur Seeseite wurden ausgetauscht. In der kommenden Woche wird das Dach gedeckt. Für das Ende des laufenden Jahres ist die „Enthüllung“, also Entfernung der Planen, geplant. Das Gerüst wird erst im kommenden Jahr abgebaut. Spätestens im April 2015 wird mit der Fertigstellung gerechnet. Und auch die Kreuzung am Dellenberg ist auf einem guten Weg. 59.220 Euro wird die Erneuerung der Klinkerdecke kosten. Im kommenden Jahr wird auch die Zufahrt Parkstraße in Angriff genommen. Voraussichtlich am 19. Dezember wird die Kreuzung wieder für PKW` und am 22. Dezember für Busse und Lastwagen frei gegeben. Nach einer Begehung mit Vertretern von Amt und Polizei steht fest: Laboe wird keine komplette Tempo-30-Zone. 

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