Geschichte/Historie

Etwas aus der Geschichte

Aus der Feder des Historikers Stefan Dombrowski

Die Geschichte Laboes ist als untrennbarer Bestandteil der Geschichte der Probstei zu verstehen.
Das Verdienst, die Kolonisation Wagriens, des nördlichen Teiles der Landschaft zwischen der Kieler Förde und der Lübecker Bucht, eingeleitet zu haben, gebührt Graf Adolf II. von Schauenburg, der aus seiner Heimatgrafschaft stammende Bauern zur Besiedelung Wagriens in das Land rief.

  • 1226 kam das Gebiet zwischen dem Köhner Mühlbach im Osten und der Hagener Au im Westen sowie der angrenzende Wald in den Besitz des Klosters Preetz
  • 1240 Erste urkundliche Erwähnung als deutsches Dorf, jedoch bestand vermutlich bereits vorher ein slawisches Fischerdorf namens “Lubodne“, zu Deutsch “Schwanenort“. Das Wappentier Laboes, der Schwan, lässt sich also auf den alten slawischen Namen zurückführen.
  • 1434 Ältestes überliefertes Kornzinsregister des Klosters Preetz: Laboe hat 12 Hufen (Bauernhöfe einer Größe von ca. 25 bis 30 ha)
  • 1643 Hebungsregister: Laboe hat 10 Vollhufen, 1 Viertelhufe und 13 Katen
  • Anfang 19. Jhdt 450 Einwohner
  • Um 1850 Konzipierung des Laboer Gewerbehafens
  • Ende 19. Jhdt 950 Einwohner: Bauern, Fischer, Kätner und Handwerker
  • 70-er Jahre Der Kieler Universitätsprofessor Prof. Pansch begründet die ersten Fischerregatten und den Tourismus in Laboe
  • 1872 Erbauung der Mühle: Müllermeister Merz hatte sie vom Flügelbauer Mai errichten lassen.
  • 1886 Gründung des Verschönerungsvereins
  • September 1887 Professor Pansch stirbt nach einer Regatta bei einem Bootsunglück
  • 1890 Das Ehepaar Chr. Bandholz stellte gemeinsam mit San. Rat Dr. Förster Badekarren in Höhe der alten Lesehalle auf.
  • 1903 Eine feste Badeanstalt auf Pfählen wird vom Eigentümer Sanitätsrat Dr. Förster erbaut.
  • 1904 Die Mühle brennt ab.
  • 1906 Die Mühle wird neu erbaut.
  • 1907 Ein Kurhaus wird gebaut. Es bot den Gästen warme Bäder, einen Garten und sogar ein Telefon.
  • 1911 Die Gemeinde übernimmt grundbuchlich den Gewerbehafen.
  • 1913 Eine zweite Badeanstalt errichtete der spätere Gastwirt von Haus Erholung, Adolf Schlapkohl am Jägersberg vor dem Olbrook.
  • 1914 Die Badeverwaltung übernimmt die Aufgaben des Verschönerungsvereins.
  • 1914 Die Mühle brennt erneut ab, diesmal aus strategischen Gründen. Ebenso wird die Badeanstalt abgerissen.
  • 19. April 1919 Der Bade- und Verkehrsausschuss erließ nach dem Krieg am folgenden Aufruf: “Laboe muss sich rüsten, Badegäste zu empfangen. Unser durch den Krieg gestörtes Badeleben muss wieder aufgebaut werden, weil es eine reich fließende Einnahmequelle für fast alle Bürger war und wieder werden muss. Die Konkurrenz mit anderen Badeorten wird scharf werden, weil der Hauptanziehungspunkt Laboes, unsere Marine, weggefallen ist.“
  • 1923 Die Mühle wird von Müller W. Thiessen nochmals aufgebaut.
  • 1924/25 Bau der Lesehalle: erste Kureinrichtung in Laboe
  • 06. Juli 1925 Der Delegiertentag des Deutschen Marinebundes fasste den Beschluss für die gefallenen Kameraden ein Ehrenmal zu erbauen. Der endgültige Beschluss zum Bau erfolgte am 03. Juni 1926.
  • 1926 Auf den alten Strandwiesen wird der Kurpark eingerichtet.
  • 08. August 1927 Grundsteinlegung des 72 m hohen Turmes durch Admiral Scheer
  • 1928 wurde eine Badeanstalt aus Falkenstein am Laboer Strand aufgestellt. Der Kaufpreis betrug damals ca. 30.000 Mark. Sie wurde bis zum Ende der 50-er Jahre betrieben.
  • 1930 Ein preußischer Innenminister namens Bracht erließ den sogenannten Zwickelerlass.
  • 30. Mai 1936 Einweihung des Ehrenmals mit einer Eröffnungsrede des einstiegen Stabchefs, Vizeadmiral von Trotha
  • 1936 Anlässlich der Segelolympiade wird die Südmole des Hafens ausgebaut.
  • 1940 198 Urlaubsgäste in Laboe
  • 1950 Aus einem Rechtsentscheid über das Verhalten beim öffentlichen Baden: “Wer öffentlich badet, muss Badebekleidung tragen. Das gilt für das Wasser-, Luft- und Sonnenbaden. Es gilt nicht, wenn der Badende nach den gegebenen Umständen damit rechnen kann, dass ihn unbeteiligte nicht sehen können.“
  • 1951 Gründung des Fremdenverkehrsvereins
  • 1954 Auf Betreiben des Fremdenverkehrsvereins wird der Campingplatz und das darf heute auch nicht verschwiegen werden - gegen etliche Widerstände am Fuße des Ehrenmals errichtet.
  • 50-er Jahre Bau des Schutzhafens westlich der Südmole und Verbesserung der Nordmole.
  • 1968 Beginn des Baus der Meerwasserschwimmhalle
  • 13. März 1972 Aufstellung des U995 auf dem Strand vor dem Marine-Ehrenmal
  • 1972 Segelolympiade auf der Kieler Förde und Bau des Yachthafens und der Hafenbörse mit Appartements
  • 1973 Der 1926 eingerichtete Kurpark wird in eine neuzeitliche Gartenanlage umgewandelt.
  • 1988 Sanierung und Aufstockung der Lesehalle
  • 1997/98 Vergrößerung des Yachthafens
  • 1998 Einrichtung der Meeresbiologischen Station auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes
  • 2001 Teilweise Umwidmung des Gewerbehafens für die Freizeitschifffahrt

Einst "Lubodne", jetzt "Laboe"

1226 kam das Gebiet zwischen dem Köhner Mühlbach im Osten und der Hagener Au im Westen sowie der angrenzende Wald in den Besitz des Klosters Preetz. Laboe wurde zwischen 1226 und seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1240 als deutsches Dorf gegründet, jedoch bestand vermutlich bereits vorher ein slawisches Fischerdorf namens "Lubodne", zu deutsch "Schwanenort"; das Wappentier Laboes, der Schwan, läßt sich also auf den alten slawischen Namen zurückführen.

Wälder und Wölfe

Das deutsche Dorf Laboe war ursprünglich als Rundangerdorf ("Rundling") angelegt: Um den kreisförmigen Platz, den Dorfanger, waren die Bauernhäuser gruppiert. Das Dorf wurde begrenzt durch einen rundum verlaufenden befestigten Erdwall, der die in großer Zahl in den umliegenden Wäldern hausenden Wölfe davon abhalten sollte, nachts auf den Dorfanger zu kommen, auf dem abends das Vieh zusammengetrieben wurde.

Nach dem ältesten überlieferten Kornzinsregister des Klosters Preetz, hatte Laboe 1434 12 Hufen ( Bauernhöfe einer Größe von ca. 25 bis 30 ha ), nach dem Hebungsregister von 1643 10 Vollhufen, 1 Viertelhufe und 13 Katen. In der 1. Hälfte des 19.Jahrhunderts hatte Laboe ca. 450 Einwohner, später wuchs die Bevölkerung stark an.

Historischer Kampfplatz

1643 kam es auf dem "Rütersoll" - beim heutigen Friedhof - zu einer Schlacht zwischen den um die Vormachtstellung an der Ostsee kämpfenden Dänen und Schweden; Laboe wurde bei dem Gefecht fast vollständig niedergebrannt. Beim Mergelgraben wurden fünfzig in einem Massengrab liegende Skelette, Waffenteile und Münzen gefunden.

Laboe wird Hafenplatz

Die Geschichte Laboes als Hafenort beginnt erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als die wenigen Laboer Fischer - von 350 damals in Laboe lebenden Menschen ernährten sich nur zehn vom Fischfang - an der Ostseite des heutigen Hafenbeckens eine sogenannte Landungsbrücke bauten.

Ab 1850 wurde dann aus Geldspenden Probsteier Bürger und mit Hilfe des Klosters Preetz ein Hafen gebaut. Dieser erlangte dadurch große Bedeutung, daß über ihn fast die gesamte Ein- und Ausfuhr der Probstei abgewickelt wurde. Noch bis in die zwanziger Jahre hinein stauten sich die mit Korn und Raps beladenen Pferdefuhrwerke der Bauern am Kai.

Auch für die Kriegsmarine hatte Laboe eine gewisse Bedeutung, da der Hafen den Umschlag von Material für die Küstenbefestigung ermöglichte. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges setzte auch in Laboe ein Niedergang des Handels ein; Frachtschiffe kamen nur noch selten. Die Fischer mähten in dieser Zeit Seegras, trockneten es und verkauften es nach Hamburg als Matratzenfüllungen, oder sie tauchten nach Granaten, die die Marine beim Übungsschießen verschoss, nach Schrott oder Steinen.

Zur Segelolympiade 1936 wurde der Hafen an der Südmole ausgebaut, um die vielen Fahrzeuge der Regattasegler aufnehmen zu können; im selben Jahr wurde auch das Wahrzeichen Laboes, das 85 m hohe Marine-Ehrenmal, eingeweiht. Es mahnt heute an die während der beiden Weltkriege auf See Gebliebenen aller Nationen.

Hafenausbau: Olympia 1936

In den letzten Kriegstagen suchten viele Schiffe aus dem Osten Zuflucht in den Häfen der westlichen Ostsee; nach Kriegsende blieb ein Teil der Besatzungen und verstärkten Laboes kleine Fischereiflotte.

Die Anfänge der Entwicklung Laboes zum Ostseebad liegen etwa im letzten Drittel der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ein Kieler Professor, der die Semesterferien regelmäßig in Laboe verbrachte, riet den Einwohnern, ihre Einkünfte durch Zimmervermietung während der Sommermonate zu verbessern; er selbst förderte die Kurbadbestrebungen durch Werbung im Freundes- und Verwandtenkreis.

Verschönerungsverein warb um Gäste

1886 wurde der Verschönerungsverein gegründet, dessen Aufgabe die Erhöhung der Attraktivität Laboes durch Anlegen von Wegen und Plätzen und durch Baumbepflanzungen war. 1914 übernahm die Badeverwaltung seine Aufgaben. Die Jahre bis zum Ersten Weltkrieg waren für den Ausbau des Bades von großer Bedeutung. Die kaiserliche Marine, der Ausbau der Kieler Werften, die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals und der wirtschaftliche Aufschwung bildeten ein solides Fundament für den Tourismus.

In den zwanziger Jahren wurde der Kurpark angelegt und eine Lesehalle mit Musikpavillion errichtet. Einen großen Aufschwung nahm das Bad mit dem Kommen der KdF (Kraft durch Freude) - Urlauber, der Einweihung des Marine-Ehrenmals und der Segelolympiade. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Neuanfang  kam die neue Lesehalle vor dem Kurstrand hinzu.

Einrichtungen für Gäste wurden gebaut

Auch in Zukunft werden sicher noch neue Aufgaben und Herausforderungen an die Gemeinde und dem Tourismusbetrieb herantreten und sicher auch zum Wohl der Laboer Bürger und ihrer Gäste gelöst werden können.